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Im Gespräch mit Masterclass-Teilnehmerin Beate Beer über ihre Erfahrung der Grundausbildung "systemisches Familienaufstellen Berlin"

Autorenbild:  Sophie Lühr Familienaufstellung
Sophie Lühr Familienaufstellung
vor 2 Tagen
5 Min. Lesezeit


Beate und ich haben uns in einem Zoom-Call kennengelernt.

Sie hatte bereits eine fundierte systemische Ausbildung und war auf der Suche nach einer Möglichkeit, das Familienstellen zu lernen.


Als systemischer Coach und Teamcoach brachte Beate bereits viel Erfahrung in der Begleitung von Menschen und Gruppen mit. In der Masterclass erlebt sie die Aufstellungsarbeit nun aus ganz unterschiedlichen Perspektiven: mit eigenen Anliegen, als Stellvertreterin, als Teil der Gruppe und auch in der Leitung eigener Aufstellungen.

Ich habe mit ihr darüber gesprochen, was sie in der Ausbildung bewegt hat, warum Absichtslosigkeit für sie so wichtig geworden ist und was sie aus unserer gemeinsamen Zeit mitnimmt.


Sophie: Beate, was hat dich zur Familienaufstellung geführt?

Beate: Wenn ich ehrlich bin, haben mich erst einmal meine eigenen Themen zur Aufstellungsarbeit gebracht. Ich habe sehr lange einfach funktioniert, viel getragen und mich oft innerlich angespannt gefühlt, ohne genau zu wissen, woher diese Anspannung eigentlich kam.

Mit dem Kopf hatte ich schon vieles verstanden. Trotzdem waren da Muster, die sich immer wiederholt haben. Ich wollte wissen: Was davon gehört wirklich zu mir? Was trage ich vielleicht für andere? Und welche familiären Verstrickungen wirken da noch?

Beim Familienstellen ist etwas passiert, das ich vorher so nicht erlebt hatte. Es hat mich im Innersten berührt und zutiefst befreit.

Ich konnte Ballast abwerfen, den ich lange wie einen schweren Rucksack mit mir herumgetragen hatte. Dabei hatte ich vorher schon viel innere Arbeit gemacht, war auf Retreats und hatte viele Bücher gelesen. Trotzdem hat das Familienstellen für mich noch einmal einen entscheidenden Unterschied gemacht.

Irgendwann war klar: Ich möchte diese Arbeit nicht nur für mich selbst erleben. Ich möchte sie wirklich lernen, selbst weitergeben und Menschen damit auf ihrem eigenen Weg begleiten.

Sophie: Warum hast du dich gerade für meine Masterclass entschieden?

Beate: Wir hatten einen Zoom-Call und ich wusste sofort: Du bist die Richtige für mich.

Ich könnte das gar nicht an einem bestimmten Satz festmachen. Es war ein klares Gefühl. Deine Verbindung aus Erfahrung, Intuition und Bodenständigkeit hat mich angesprochen.

Ich bin meiner eigenen Intuition gefolgt und heute weiß ich, dass sie mich richtig geführt hat.

Wichtig war für mich auch der große Praxisanteil. Ich wollte keine Ausbildung, in der ich nur Wissen sammle. Ich wollte erleben, ausprobieren, Feedback bekommen und mit der Zeit sicherer werden.

Sophie: Was macht die Ausbildung für dich besonders?

Beate: Sie bildet unglaublich viele Ebenen ab. Ich bin Teilnehmerin und nehme Wissen auf. Ich beobachte, bin Stellvertreterin und probiere mich selbst in der Leitung einer Aufstellung aus.

Gleichzeitig gehe ich durch meine eigene Selbsterfahrung und lerne mich in der Beziehung zu anderen Menschen noch einmal neu kennen. Das ist ein intensiver Lernprozess.

Sophie: Was hast du über das Leiten einer Aufstellung gelernt?

Beate: Absichtslosigkeit.

Das ist für mich eine der wichtigsten Erfahrungen aus der gesamten Ausbildung. Als Aufstellungsleiterin muss ich nicht schon vorher wissen, was richtig ist oder wohin sich eine Aufstellung bewegen soll. Ich bin da, nehme wahr, gebe einen sicheren Rahmen und vertraue dem Prozess.

Es zeigt sich immer das, was sich zeigen möchte. Manchmal ist das etwas ganz anderes als das, was wir erwartet haben. Vielleicht wäre der Kopf gern schon weiter. Die Seele und das System haben jedoch ihr eigenes Tempo.

Diese Haltung nimmt mir viel Druck. Ich muss keine Lösung produzieren, sondern darf präsent sein, beobachten, spüren, Impulse geben und gleichzeitig offenbleiben. Genau darin liegt für mich die Tiefe dieser Arbeit.

Sophie: Wie erlebst du die Mischung aus Theorie und Praxis?

Beate: Sehr stimmig. Die Masterclass besteht aus sechs Modulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Wir lernen Grundlagen, verschiedene Formate und den Aufbau einer Aufstellung kennen. Es geht um Wahrnehmung, innere Haltung, Genogrammarbeit und natürlich darum, selbst anzuleiten.

Vor allem tun wir es wirklich.

Wir stellen auf, beobachten uns, geben einander Rückmeldung und sprechen auch über die Momente, in denen wir unsicher waren. Du bist dabei unser Sicherheitsnetz. Wir dürfen unseren eigenen Stil finden, statt deine Art zu kopieren. Das empfinde ich als sehr wertvoll.

Für mich war die Ausbildung auch immer wieder eine Erinnerung: Vergleiche dich nicht.

Zwischen den Modulen arbeiten wir in Übungsgruppen weiter. Dadurch bleibt das Lernen lebendig und manche Erkenntnis setzt sich erst mit etwas Abstand.

Sophie: Welche Erfahrungen sind dir besonders in Erinnerung geblieben?

Beate: Ich fand es großartig, bei einer Organisationsaufstellung mitzumachen.

Durch meinen beruflichen Hintergrund kenne ich Teams, Unternehmen und Veränderungsprozesse sehr gut. Zu erleben, wie auch Rollen, Spannungen und Strukturen einer Organisation aufgestellt werden können, hat mir noch einmal eine ganz andere Seite der Methode gezeigt.

Spannend fand ich auch die Impulse der externen Referentinnen. Beim Aufstellen mit dem GAMiKi-Systembrett wurde sichtbar, wie viel sich mit Figuren ausdrücken lässt. Es braucht nicht immer Menschen als Stellvertretende. Wir können uns auch in die Figuren einfühlen und wahrnehmen, was sich zeigt.

Gerade für das Einzelsetting nehme ich daraus viele Ideen mit.

Ein besonderer Moment war für mich die Krafttierreise mit einer Schamanin. Dabei ist mir mein Tiger begegnet. Er begleitet mich seitdem als inneres Bild und erinnert mich an meine Kraft und daran, meiner Wahrnehmung zu vertrauen.

Sophie: Was hat sich durch deine eigene Selbsterfahrung bewegt?

Beate: In einer meiner eigenen Aufstellungen hat die Selbstliebe einen Platz bekommen. Das war nicht einfach nur ein schönes Wort. Die Veränderung ist heute in meinem Leben sichtbar und für mich deutlich spürbar.

Ich habe tiefer verstanden, wie schnell wir aus Liebe Verantwortung übernehmen, die gar nicht zu uns gehört. Wir versuchen zu retten, auszugleichen oder etwas für andere zu tragen.

Meinen eigenen Platz einzunehmen bedeutet für mich heute, verbunden zu bleiben, ohne mich selbst zu verlassen.

Ich kann lieben und trotzdem Grenzen setzen. Das wirkt nicht nur in meine Arbeit hinein. Es verändert auch mein Leben.

Sophie: Welche Bedeutung haben die Menschen in der Ausbildung für dich?

Beate: Eine sehr große.

Aus unserer Gruppe sind für mich tiefe Freundschaften entstanden. Wir begleiten und unterstützen uns inzwischen auch außerhalb der Ausbildung. Daraus sind ganz selbstverständlich gegenseitige Unterstützung und erste kleine Kooperationen entstanden. Jede und jeder bringt das ein, was sie oder er gut kann, und wir helfen uns gegenseitig weiter.

Ich mag auch die Master Community sehr. Dort besteht die Möglichkeit, Menschen aus den verschiedenen Masterclasses zu begegnen.

Der Austausch endet also nicht mit der eigenen Gruppe. Wir können verbunden bleiben, voneinander lernen und uns auf unserem weiteren Weg unterstützen. Das ist ein echtes Geschenk.

Sophie: Wie geht dein Weg nach der Masterclass weiter?

Beate: Ich habe vor Kurzem meine eigene Praxis in Berlin-Pankow eröffnet. Dort verbinde ich systemisches Coaching, achtsame Familienaufstellungen und energetische Heilarbeit.

Ich wünsche mir, dass Menschen in meiner Praxis wieder bei sich ankommen. Dass sie sich selbst spüren, ihrer inneren Stimme vertrauen und wieder Zugang zu ihrer eigenen Kraft finden.

Genau dafür möchte ich einen Raum schaffen.

Und ehrlich gesagt wünsche ich mir unbedingt eine Vertiefung. Die Zeit ist viel zu schnell vergangen. Für mich fühlt sich diese Reise noch lange nicht abgeschlossen an.

Sophie: Danke, liebe Beate, für deine offenen Worte und dein Vertrauen. Genau das wünsche ich mir für die Masterclass: dass du die Methode kennenlernst, dich selbst darin erfährst und deinen ganz eigenen Weg in der Aufstellungsarbeit findest.


Über Beate Beer

Beate Beer ist Diplom-Wirtschaftsingenieurin, systemischer Coach und Teamcoach sowie ausgebildet in energetischer Begleitung. Nach mehr als zwanzig Jahren in internationalen Unternehmen begleitet sie heute Menschen in ihrer eigenen Praxis in Berlin-Pankow.


Hier kannst du mit Beate in Kontakt kommen:

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Über die Masterclass bei Sophie Lühr

In meiner mehrmonatigen Masterclass lernst du die systemische Familienaufstellung in sechs Modulen kennen. Im Mittelpunkt stehen Selbsterfahrung, viel Praxis und die Entwicklung deines eigenen Aufstellungsstils.


 
 
 

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