Manchmal trägt eine Familie nicht nur ihre Opfer, sondern auch ihre Täter. Der Fall Marius Borg Høiby
- familienaufstellun6
- 3. Feb.
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Die aktuellen Tatvorwürfe gegen Marius, Sohn von Mette-Marit von Norwegen, erschüttern viele – nicht nur wegen der Person, sondern wegen des Systems, in dem sie stehen.
Familien sind keine isolierten Einheiten. Sie sind Geflechte aus Liebe, Trauma, Verlust und unausgesprochenem Schmerz.
Der brutale Mord an Trond Berntsen, dem Stiefbruder von Mette-Marit, bei der Terrorattacke 2011 war ein kollektiver Schock – für Norwegen, aber auch für diese Familie. Ein Täter riss ein Leben aus dem System. Solche Ereignisse verschwinden nicht. Sie wirken weiter.
In der systemischen Arbeit und in Familienaufstellungen sehen wir immer wieder:
Was keinen Platz bekommen hat,
was nicht betrauert, nicht integriert, nicht gesehen wurde,
sucht sich einen Ausdruck
Und das in der nächsten Generationen.
Und manchmal zeigt sich dieser Ausdruck nicht als Opferrolle, sondern als Nähe zum Täterhaften.
Nicht, weil jemand „böse“ ist. Sondern weil das System nach Ausgleich, Sichtbarkeit und Wahrheit strebt.
Wichtig ist:
Man muss nicht blutsverwandt sein, um systemisch verbunden zu sein. Liebevolle Beziehungen, Patchwork-Familien, Stiefbindungen – sie wirken genauso tief. Trauma unterscheidet nicht zwischen DNA und Herz.
Vielleicht geht es hier nicht um Schuldzuweisung.Vielleicht geht es darum, dass etwas an die Oberfläche möchte, das lange im Schatten lag.So wie wir es in so vielen Aufstellungen sehen.
Systeme erinnern sich. Und manchmal sprechen sie durch die, die wir am wenigsten erwarten.